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Von 1126 bis heute

Geschichte der Burg

Neun Jahrhunderte in Stein – Chronik, Könige, Kerker und Vergessen.

Přimda

Die älteste Steinburg Böhmens

Während die meisten böhmischen Burgen erst im 13. Jahrhundert entstanden, stand Přimda schon hundert Jahre früher auf ihrem Felsen. Ihr romanischer Wohnturm (Donjon) mit meterdicken Mauern gehört zu den ältesten Steinbauten seiner Art im Land – deshalb gilt Přimda als die älteste erhaltene Steinburg Böhmens.

Die Burg bewachte einen alten Landessteig zur bayerischen Grenze. Ihre Lage auf einem Felsgrat in 848 Metern Höhe machte sie nicht nur zum Wachposten, sondern auch zum Gefängnis für jene, die sich die Přemysliden-Herrscher vom Leib halten wollten.

Zeitleiste

Neunhundert Jahre in Daten

  1. 1121

    Chronik des Cosmas

    Der Chronist Cosmas beschreibt eine unbenannte steinerne Burg bei Bělá. Die meisten Forscher setzen sie mit Přimda gleich.

  2. 1126

    Erste ausdrückliche Erwähnung

    Přimda wird erstmals namentlich in schriftlichen Quellen genannt. Ab diesem Jahr zählen wir 900 Jahre ihrer Geschichte.

  3. 12. Jahrhundert

    Siedlung unter der Burg

    Unterhalb der Burg entsteht eine Siedlung, aus der später die Stadt Přimda wird. Die Burg wird zum Zentrum der Chodendörfer.

  4. 12.–13. Jahrhundert

    Königlicher Kerker

    Die unzugängliche Lage auf dem Felsen machte Přimda zum Gefängnis für Adlige. Hier wurden Soběslav II. und Ottokar II. Přemysl festgehalten.

  5. 14. Jahrhundert

    Přimda wird Stadt

    Die Siedlung unterhalb der Burg erhält das Stadtrecht und wird zum wirtschaftlichen Rückhalt der Burg.

  6. 1592

    Revisionsprotokolle

    Erhaltene Protokolle beschreiben die Gestalt der Burg – oberer und unterer Hof und drei Tore. Sie sind unsere wichtigste Quelle für ihr Aussehen.

  7. 1945

    Zerstörte Stadt

    Am Ende des Zweiten Weltkriegs wird die Stadt unterhalb der Burg durch Bombenangriffe weitgehend zerstört.

  8. 1970er-Jahre

    Neuer Zugang

    Durch eine Felssprengung entsteht der heutige Zugangsweg. Die ursprünglichen Eingangsbereiche gingen dabei unwiederbringlich verloren.

  9. 2026

    900 Jahre Přimda

    Wir feiern neun Jahrhunderte seit der ersten Erwähnung. Der Verein für die Burg Přimda setzt sich für eine Aussichtsplattform im Inneren des Turms ein.

Wussten Sie, dass…

Wissenswertes über die Burg

Die älteste in Böhmen

Přimda ist die älteste erhaltene Steinburg Böhmens. In diesem Jahr feiert sie 900 Jahre seit ihrer ersten schriftlichen Erwähnung.

Der Burgabort

In den Mauern des Wohnturms (Donjon) befindet sich ein seltener Abort – die älteste erhaltene Toilette in den böhmischen Ländern.

Erste Erwähnung

Die Chronik des Cosmas beschreibt 1121 eine unbenannte Burg bei Bělá (Weißensulz); ausdrücklich genannt wird Přimda erst 1126.

Königliches Gefängnis

Hinter den Mauern von Přimda waren Soběslav II. und Ottokar II. Přemysl gefangen – die Burg diente als Kerker für Adlige.

Ursprüngliche Gestalt

Die Burg hatte einen oberen und einen unteren Hof und insgesamt drei Tore. Die heutige Ruine ist nur ein Bruchteil ihrer einstigen Ausdehnung.

Zerstörter Zugang

Der heutige Zugangsweg entstand erst in den 1970er-Jahren durch eine Felssprengung.

Schriftliches Zeugnis

Wie die Burg aussah, wissen wir dank erhaltener Revisionsprotokolle aus dem Jahr 1592.

Seltene Natur

Die Umgebung der Burg ist ein Naturreservat am Rand des Landschaftsschutzgebiets Český les.

Unterhalb der Burg

Eine Stadt, die unter dem Felsen wuchs

Die Siedlung unterhalb der Burg entstand im 12. Jahrhundert und wurde im 14. Jahrhundert zur Stadt. Die Burg war das Zentrum der umliegenden Chodendörfer, deren Bewohner die Landesgrenze bewachten. Das 20. Jahrhundert ging mit Přimda nicht zimperlich um – 1945 wurde die Stadt durch Bombenangriffe zu großen Teilen zerstört.

Silhouette der Burg Přimda vor der untergehenden Sonne

Stadtrecht

Die Siedlung unterhalb der Burg entstand im 12. Jahrhundert, zur Stadt wurde Přimda im 14. Jahrhundert.

Höhenlage

Přimda liegt auf rund 700 Metern über dem Meer – eine der höchstgelegenen Städte der Region.

Wunden des Krieges

Im Jahr 1945 wurde die Stadt durch Bombenangriffe zu großen Teilen zerstört.

Die Choden von Přimda

Die Burg war das Zentrum der umliegenden Chodendörfer, deren Bewohner die Landesgrenze bewachten.

Damit die Geschichte weitergeht

Neunhundert Jahre hat die Burg überdauert. Damit sie weiter besteht und den Menschen offensteht, braucht sie die Hilfe aller, denen sie am Herzen liegt.